Ich habe über viele Jahre hinweg Blumen für mehrere internationale Floristennetzwerke geliefert – unter anderem für große Ketten aus Deutschland und den USA. Aus dieser Perspektive möchte ich offen erzählen, wie sich die Zusammenarbeit mit diesen Netzwerken wirklich anfühlt und warum sie für viele Florist:innen gleichzeitig eine große Hoffnung und eine große Belastung ist.
Die große Versuchung: Sicherheit in unsicheren Zeiten
Als Florist:in gerät man früher oder später in eine schwierige Phase. Das Blumengeschäft ist saisonal. Es gibt starke Zeiten – Valentinstag, Muttertag, Weihnachten – und dann gibt es Wochen, in denen das Telefon kaum klingelt.
Die Kühlräume sind voll, die Ware ist verderblich, die laufenden Kosten bleiben. In genau diesen Momenten wirken große internationale Netzwerke extrem verlockend.
Man sieht sie überall: auf Google, auf Social Media, in Anzeigen. Sie präsentieren sich mit tausenden Bestellungen täglich, mit Reichweite, Marketingpower und scheinbar endlosen Kunden. Als Florist denkt man unweigerlich:
„Wenn ich nur einen kleinen Teil dieses Kuchens abbekomme, könnte ich meine Auslastung sichern.“

Der schwierige Einstieg: Sichtbar sein ist fast unmöglich
Die Realität beginnt jedoch schon beim ersten Kontakt.
Als lokale Floristin ist es sehr schwer, von sich aus bei großen Netzwerken gelistet zu werden. E-Mails bleiben oft unbeantwortet, man muss mehrfach nachhaken oder versuchen, einen direkten Ansprechpartner zu finden. Über Callcenter oder allgemeine Kontaktformulare ist eine Aufnahme praktisch unmöglich.
Wenn sich ein Netzwerk von selbst meldet, dann meist aus einem ganz bestimmten Grund:
Sie brauchen dringend Lieferabdeckung in genau deiner Region. In diesem Moment wirst du interessant – nicht wegen deiner Kreativität, sondern wegen deiner Lage.
Konstante Bestellungen – aber zu welchem Preis?
Sobald man Teil eines Netzwerks ist, kommen die Bestellungen tatsächlich regelmäßig:
oft 3–4 Aufträge pro Tag, manchmal mehr. Auf den ersten Blick klingt das nach Stabilität.
Doch jede große Kette arbeitet anders:
- einige mit lokal installierter Software
- andere ausschließlich per E-Mail
- andere über eigene Online-Portale
Jedes System hat eigene Regeln, Abläufe und Fristen. Wenn man diese Bestellungen behalten möchte, muss man die nötigen Ressourcen haben – Zeit, Personal, Organisation und Nerven.
Die Kommunikation ist dabei minimal.
Man erhält alle Bestelldetails, bestätigt den Auftrag – und dann ist man auf sich allein gestellt.
Qualität unter Druck
Die Anforderungen sind auf den ersten Blick klar:
Der Blumenstrauß soll dem Beispiel möglichst nahekommen, der Text auf der Karte muss korrekt sein und die Lieferung am gewünschten Tag erfolgen. Eine feste Uhrzeit ist meist nicht vorgegeben – was für Floristen zumindest ein kleiner Vorteil ist.
Der eigentliche Druck entsteht jedoch an einer ganz anderen Stelle: bei der Abrechnung.
Die Zahlung erfolgt in der Regel monatlich oder alle zwei Wochen, und zwar auf Basis einer Sammelrechnung, die nicht automatisch erstellt wird. Der Florist muss jede einzelne Bestellung manuell zusammensuchen – oft verteilt auf mehrere Plattformen –, Beträge zusammenrechnen, Provisionen abziehen, Währungsumrechnungen vornehmen und erst dann eine Rechnung erstellen.
Nach dem Rechnungsversand beginnt der nächste Schritt: Kontrolle.
Ist das Geld eingegangen? Wurde der richtige Betrag überwiesen? Stimmt die Umrechnung? Fehlt etwas?
Für viele kleine Floristen ist diese Form der Vorfinanzierung kaum tragbar.
Und genau hier beginnt ein gefährlicher Kreislauf:
Um wirtschaftlich überleben zu können, werden Blumen ausgetauscht, Qualität angepasst, Sträuße „optimiert“ – nicht aus mangelnder Leidenschaft, sondern aus finanzieller Notwendigkeit.
Am Ende leidet genau das, was den Kern unseres Berufs ausmacht: Qualität, Sorgfalt und Emotion.
Warum wir ProFlorist gegründet haben
Genau aus diesen Erfahrungen heraus haben mein Mann und ich ProFlorist gegründet.
Wir kennen die Branche aus mehreren Perspektiven:
- als Betreiber und Entwickler von Floristennetzwerken
- als Lieferanten für internationale Blumenketten
- als Menschen, die die täglichen Herausforderungen einer Florarie verstehen
Unsere gemeinsame Erfahrung hat uns eines klar gezeigt:
Die Branche braucht keine weitere große Plattform, sondern Werkzeuge, die den Florist stärken.
Die Idee hinter ProFlorist
ProFlorist wurde entwickelt, um:
- die Kontrolle an den Floristen zurückzugeben
- einfache und bezahlbare Technologie bereitzustellen
- Qualität wieder vor Quantität zu stellen
Mit ProFlorist steht der Name des Floristen im Mittelpunkt – nicht der einer anonymen Plattform oder eines großen Netzwerks.
Der Florist kann sich Zeit für jede einzelne Bestellung nehmen, hochwertige Blumen verwenden und echte Emotionen vermitteln.
Das Besondere dabei:
Floristen zahlen lediglich eine sehr geringe monatliche Gebühr – ab 29 Euro, abhängig vom abgedeckten Liefergebiet.
Es gibt keine Provisionen. Das Geld wird direkt und sofort vom Kunden an den Floristen gezahlt.
Bestellungen lassen sich einfach und transparent direkt an den Kunden fakturieren, direkt innerhalb der Anwendung.
ProFlorist kann flexibel auf dem Smartphone, Laptop oder Desktop-Computer genutzt werden.
Darüber hinaus können Floristen ihre eigenen Bestellungen zentral verwalten und Lieferungen auch außerhalb ihres eigenen Einzugsgebiets anbieten, indem sie Bestellungen an andere Floristen über die ProFlorist-App weiterleiten.
Die Anwendung ist einfach zu bedienen, schnell, intuitiv – eine Lösung, die es Floristen ermöglicht, flexibel, professionell und technologisch auf Augenhöhe mit den Erwartungen moderner Kunden zu arbeiten.
Das Ergebnis?
- Kunden fühlen sich gesehen und verstanden
- Sie kommen gerne zurück
- Sie bestellen bewusst beim Floristen – nicht bei einer gesichtslosen Plattform

Qualität statt Masse
Wir glauben fest daran, dass die Zukunft der Floristik nicht in immer mehr Bestellungen liegt, sondern in:
- Vertrauen
- Wiederkehrenden Kund:innen
- echter Leidenschaft für jede einzelne Lieferung
ProFlorist ist unser Beitrag dazu, die Macht wieder dorthin zu bringen, wo sie hingehört:
zu den Florist:innen.
Nicht zu Netzwerken.
Nicht zu Algorithmen.
Sondern zu den Menschen, die mit Herz, Erfahrung und Liebe arbeiten.
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