Warum jüngere Generationen auf importierte Blumen verzichten: Der Trend „lokal & nachhaltig“ verändert die Floristik
Die Generation Z und Millennials verändern grundlegend, wie wir Blumen für Hochzeiten und Veranstaltungen betrachten. Immer mehr junge Menschen meiden importierte Blumen und entscheiden sich für regional angebaute Blumen, Sträuße aus eigenem Anbau, Wildblumen oder sogar Topfpflanzen — ein Wandel, der sich bereits in der weltweiten Branche bemerkbar macht. […]

Die Generation Z und Millennials verändern grundlegend, wie wir Blumen für Hochzeiten und Veranstaltungen betrachten. Immer mehr junge Menschen meiden importierte Blumen und entscheiden sich für regionale Blumen, Sträuße aus eigenem Anbau, Wildblumen oder sogar Topfpflanzen — ein Wandel, der sich bereits in der weltweiten Branche bemerkbar macht.
Der Grund? Ein wachsendes Bewusstsein für die Klimawirkung importierter Blumen und der Wunsch, authentische, persönliche und nachhaltige Veranstaltungen zu gestalten.
Der Fall Emily Day: eine ganze Hochzeit mit Blumen aus dem eigenen Garten
In Kanada entschied sich Emily Day für einen völlig anderen Weg bei ihrer Hochzeit:
Statt einen Floristen zu beauftragen, zog sie die Blumen selbst in ihrem Garten. Ihre Sträuße sahen nicht nur eindrucksvoll aus, sondern kosteten lediglich 925 CAD — nur einen Bruchteil üblicher Kosten für Hochzeitsblumen.
„Dadurch wurde mir bewusst, wie viele Ressourcen importierte Blumen verbrauchen — vom Kunststoff, in den sie verpackt werden, bis zu den Flugzeugen, die sie transportieren“, erzählt Emily.
Da die Blumen zuvor getrocknet wurden, waren sie besonders haltbar. Einige Gäste bewahrten sie auf, und eine Freundin verwendete sie bei ihrer eigenen Zeremonie erneut.
Importierte Blumen und ihr CO₂-Fußabdruck
Die meisten frischen Blumen, die nach Nordamerika und Europa importiert werden, durchlaufen eine aufwendige Logistikkette:
- Sie werden in Südamerika oder Afrika geschnitten.
- Sie werden sofort gekühlt.
- Sie werden per Flugzeug transportiert.
- Sie werden erneut in Verteilzentren gelagert.
Professor Kai Chan, Nachhaltigkeitsexperte an der University of British Columbia, erklärt:
„Blumen verderben schnell. Deshalb werden sie gekühlt und per Flugzeug transportiert — zwei Prozesse mit erheblichen Auswirkungen auf das Klima.“
Hinzu kommt, dass Monokulturen — riesige Rosen- oder Nelkenfelder — Folgendes bedeuten können:
- Entwaldung
- ausgelaugte Böden
- eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge
So wächst der Kontrast zwischen „perfekten“ Importblumen und regionalen Blumen, die vielleicht weniger gleichförmig, dafür aber authentisch sind und eine Geschichte erzählen.
„Regional kaufen“: eine Bewegung gewinnt an Bedeutung
Immer mehr Blumenfachbetriebe übernehmen Grundsätze nachhaltiger Floristik:
- regionale Blumen der Saison
- Verzicht auf stark umweltbelastenden Steckschaum
- Sammeln und Kompostieren der Blumen nach Veranstaltungen
- Wiederverwendung von Sträußen
- direkte Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern
Die Floraldesignerin Holly Lukasiewicz sagt:
„Als ich anfing, nahm ich mir vor, alles zu recyceln, was sich recyceln lässt, alles zu kompostieren, was sich kompostieren lässt, und wann immer möglich regionale Blumen zu verwenden.“
Dieser Ansatz ist in mehreren Märkten zunehmend bei handwerklich arbeitenden Floristen, Hochzeitsdesignern und kleinen Blumenfarmen zu beobachten.
Warum entscheiden sich Kunden weiterhin für importierte Blumen?
Importierte Blumen bleiben in vielen Märkten aus drei Gründen vorherrschend:
- Niedrigere Preise
Rosen oder Hortensien aus den Niederlanden oder Kenia sind häufig günstiger als regionale Alternativen. - Nachfrage nach Blumen außerhalb der Saison
Verbraucher wünschen sich jede Blume zu jeder Zeit — etwas, das sich nicht das ganze Jahr über regional anbieten lässt. - Einheitlichkeit und gleichbleibende Qualität
Große Veranstaltungen erfordern standardisierte Ware, und Importeure können große Chargen mit denselben Eigenschaften liefern.
Professor Neil Anderson von der University of Minnesota stellt fest:
„Viele Kunden sagen, dass sie Nachhaltigkeit wünschen, entscheiden sich am Ende aber für die günstigste Variante.“
Sind Kunstblumen eine nachhaltige Alternative?
Kurz gesagt: selten.
Obwohl sie als umweltfreundliche Alternative beworben werden, bestehen die meisten aus Kunststoff und werden ebenfalls importiert.
Silvia Bellezza von der Columbia Business School warnt:
„Wir sollten Nachhaltigkeitsaussagen nicht ungeprüft übernehmen. Kunststoff wird nicht allein dadurch umweltfreundlich, dass er wiederverwendet wird.“
Was bedeutet dieser Trend für Floristen?
Für die Floristik ist dies ein wichtiger Zeitpunkt.
Immer häufiger geht es um:
- kleine Blumenfarmen
- die direkte Zusammenarbeit zwischen Floristen und Erzeugern
- regionale Blumen für kleinere Veranstaltungen
- saisonales Floraldesign
- Trocken- und konservierte Blumen
- die Wiederverwendung von Arrangements
Jüngere Kunden sind besser informiert, stärker eingebunden und achten genauer auf Auswirkungen.
Sie verzichten nicht auf florale Ästhetik, sondern auf Überfluss, Verschwendung und Anonymität.Für Floristen ist das nicht zwangsläufig eine Bedrohung, sondern eine Chance:
👉 bessere Kundeninformation
👉 die Möglichkeit, mit regionalen Materialien zu arbeiten
👉 Unterstützung für regionale Blumenfarmen
👉 authentisches, unverwechselbares und saisonal verankertes FloraldesignDamit wird Nachhaltigkeit nicht nur zu einem Trend, sondern zu einem Wettbewerbsvorteil.